Umgestaltung Heilsbronn – Marktplatz und Abteigasse

Umgestaltung Heilsbronn – Marktplatz und Abteigasse

Stadterneuerung

Der Marktplatz ist urbaner Mittelpunkt der Stadt. Ein städtischer Raum mit historischen Funktionen, mit Gastronomie, Einzelhandel und individuellem Personennahverkehr sollte in eine „entschleunigte“ Zone umgewandelt werden, die ein gleichberechtigtes urbanes Leben in der Innenstadt ermöglicht.

Der barrierefreie Marktplatz wurde für seine vielen Funktionen gerüstet. Dieser Multifunktionsplatz erhielt Einbautanks für die Volksfestversorgung, Köcher für Sonnenschirme und temporäre Einbauten sowie ausgewiesene Stellplätze für Fahrräder und PKW mit einer E-mobiltanksäule, taktile Zonen mit kontrastreichen Natursteinintarsien für alle Nutzergruppen. Für die Anwohner genauso wie für die Betreiber und die Besucher der Märkte und Feste. Ein Platz für viele Gelegenheiten.

Vier Bürgerworkshops fanden als partizipatorische Planungsabschnitte im ehemaligen Kloster Heilsbronn statt. Stadträt*innen, Bürger*innen und Planer*innen waren durch die vorangegangene Umgestaltung des Kreuzgangs im Kloster schon vertraut mit der Einbeziehung aller Nutzer in einen Planungsprozess.

Mit den Fragen nach Fassadengrün, Parken, Kirchweih, Bürgerfest, Radrennen, Weihnachtsmarkt sollten die Flächen des Platzes vielfältig belegbar sein. In den wenigen dazwischenliegenden Ruhewochen sollte der Platz einer klassischen Agora gleichen, sollte ein Ort zum Treffen, Verweilen, Spielen und Beobachten sein. Der Platz soll dem Verkehr gerecht werden und gleichzeitig Ort für das Kinderspiel sein.

Projektdauer

2011 – 2020

Auftraggeber

Stadt Heilsbronn

Ort

Heilsbronn in Mittelfranken

Grundstücksfäche

4300 m2

Landschaftsarchitektur

Bernard Lorenz, Nürnberg

Tiefbau und Bauleitung

Christofori und Partner, Erwin Christofori und Horst Krach, Heilsbronn

Team

Prof. Hubert Kress (Leitung), Stefan Hirschsteiner,
Franziska Becker, Patrycja Bolek
in kjs+ Architekten BDA

Die Platzoberfläche aus gelblich grauem Oberpfälzer Granit wird der Nutzungsvielfalt durch Robustheit und Tragfähigkeit gerecht. Mit Schirm- und Weihnachtsbaumköchern, mit Wasser- und Elektroanschlüssen für die Fahrgeschäfte, wie auch die Weihnachtskioske wird umfassend die Versorgung sichergestellt. Ein Großbaum mit Sitzbank gliedert die Platzformen und verbindet die Räume.

Ein nachhaltiger Schritt soll auch durch die Eigentümer und Mieter der anliegenden Gebäude mit den Pflanzbeeten als Fassadenbegrünbung mit roten und weissen Rosen fortgeführt werden. Das künstliche Licht, das einen Platz in der dunklen Jahreszeit prägt, wurde mit wenigen Ergänzungen und Eingriffen als atmosphärische Stimulanz und weniger als Lichtflutung behutsam verbessert.

Die Partizipation hat diesen Planungsprozess bereichert und Mut gemacht, weitere nachhaltige Sanierungsschritte zu tun. Die Kommunikation im öffentlichen Raum , das zeigt sich gerade jetzt, ist elementar.